Newsletter #51 Das Leben im Township steckt voller Herausforderungen!

Hier war die Kindergartenlehrerin Anele von Bright Future Edu Care Center mit ihren Kindern noch fröhlich und unbeschwert.

­Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams,

mit diesem Newsletter möchten wir euch über eine ganz andere und auch für uns ganz neue Facette unserer Arbeit berichten. In den vielen Jahren unseres Wirkens haben wir uns nie bedroht oder in Gefahr gefühlt. Die Menschen, die in den Townships leben, werden aber leider immer wieder mit Kriminalität und Gewalt konfrontriert.

Eine unserer Kindergärtnerinnen, Anele Japhta, die im Kindergarten Bright Future Edu-Care Center arbeitete, wurde bereits Anfang März angeschossen. Sieben Schüsse trafen sie in Arm, Bauch und unterhalb der Hüfte. Die Täter nahmen an, dass sie im Mordfall an einem Polizisten als Zeugin aussagen könne, und beauftragten deshalb einen 17-jährigen jungen Mann damit, sie zu erschiessen.

Als Anele am Morgen des 3. März 2023 ihr Haus verließ, um zur Arbeit zu Bright Future Edu-Care Center zu gehen, wurde sie vollkommen unerwartet von den Schüssen getroffen. Sie lag viele Tage auf der Intensivstation des Tygerberg Krankenhauses in Kapstadt und wir wussten zunächst nicht, ob sie diesen Angriff überhaupt überleben würde.

Der Kindergartenbetrieb musste natürlich trotz dieser Tragödie weiterlaufen und so haben wir Zanele, die Kindergartenleiterin von Bright Future, dabei unterstützt, eine neue Kindergärtnerin einzustellen. Da sie nicht die Mittel hat, Aneles Gehalt weiterhin zu zahlen und es oft keine vertragliche Grundlage der Zusicherung gibt, übernehmen wir ihr Gehalt in reduzierter Höhe so lange, bis sie gesundheitlich in der Lage ist, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Anfang diesen Monats waren wir bei Bright Future Edu-Care Center in Asanda Village und diskutierten mit Zanele die weiteren Schritte, um der lang ersehnten offiziellen Zulassung durch die Regierung und damit einer staatlichen Förderung näher zu kommen. Seit vielen Jahren schon arbeiten wir darauf hin, aber es gestaltet sich leider sehr schwierig, die finale Abnahme zu bekommen.

Gemeinsam mit Zanele besuchten wir dann auch Anele. Wir konnten ihr zumindest mit einigen warmen Kleidungsstücken und Schuhen, die wir von Sponsoren erhalten hatten eine kleine Freude machen.

Da ihr die Hintergründe für den Angriff auf sie erst nicht bekannt waren hatte sie fürchterliche Angst, dass die Täter wiederkommen würden. Deshalb hat sie ihre Wohnung verlassen und Unterschlupf bei Verwandten gesucht. Vor wenigen Wochen hat sie erst die Hintergründe des schrecklichen Angriffs erfahren. Dass die Täter inzwischen im Gefängnis sitzen läßt sie endlich wieder aufatmen und sie traut sich auch wieder in die Öffentlichkeit.

Aber nicht nur wir haben Anele besucht. Während ihrer schweren Zeit haben sie immer mal wieder liebe Menschen, wie diese beiden Volontärinnen, besucht, um ihr Trost und Mut zu spenden.

Die ärztliche Versorgung bei uns ist bekanntermaßen hervorragend, davon konnte zum Glück auch Anele profitieren: Behandlungskosten und Kosten für Medikamente und Heilmittel werden vom Staat übernommen.

Für die Anfahrt zu den wöchentlichen Kontrollterminen im Tygerberg Krankenhaus kommt der Staat aber nicht auf. Diese muss Anele nämlich selbst bezahlen. Weil sie zu Beginn so große Angst hatte, dass die Täter sie weiterhin aufsuchen würden hat sie anstelle der öffentlichen Verkehrsmittel immer ein Ubertaxi genommen – und das konnte sie sich bei ihrem geringen Einkommen eigentlich gar nicht leisten. Nachdem sie weiß, dass die Täter gefasst sind, kann sie zumindest wieder ein günstigeres öffentliches Taxi benutzen.

Aneles Arm mit den vielen Metallplatten verheilt gut und sie ist schon wieder recht beweglich. Eine große Operation im Bauchbereich steht im August noch für sie an, aber die Chancen stehen gut, dass sie anschließend langsam wieder in ein normales Leben zurückfinden kann. ­
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­ Der seelische Heilungsprozess und die Verarbeitung der traumatischen Erlebnisse wird wahrscheinlich länger dauern, denn hierfür übernimmt der Staat die Kosten leider nicht. Mit diesen Sorgen und Problemen werden die Menschen leider allein gelassen und sind deshalb auf die Solidarität ihrer Familie, Freunde und Kollegen angewiesen.

Anele ist eine leidenschaftliche, engagierte und großherzige Kindergartenlehrerin und wir von Golden Sunbeams fühlen uns verantwortlich, Anele in dieser schwierigen Zeit beizustehen und sie auf ihrem Weg zurück ins normale Leben zu unterstützen.

Damit sie bald einen Teil der Sorgen hinter sich lassen kann, möchten wir ihr auch bei der Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse helfen.

Sie feiert am 28. September ihren 30. Geburtstag und wir möchten, dass sie ihn glücklich und vor allem gesund begehen kann.

Wir bitten euch und freuen uns, wenn ihr uns mit einer Spende unterstützt und dazu beitragt, dass wir Anele weiterhin ein kleines Gehalt zahlen können. Ausserdem würden wir ihr sehr gerne die dringend erforderliche therapeutische Unterstützung finanzieren. ­
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Spendenkonto Golden Sunbeams e.V.
Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt
IBAN DE54 5085 0150 0023 0186 32
BIC HELADEF1DAS

Spendenzweck ANELE

Herzlichen Dank und liebe Grüße aus dem nasskalten Südafrika

Eure Britta & Euer Bernd