Newsletter #48 Fröhliche, aber auch nachdenkliche Momente am Western Cape!

Osvin Nöller mit seinem langjährigen Patenkind Amala Chukwuma.

Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams,

wenn Osvin Nöller nicht gerade auf Pilgertour auf der iberischen Halbinsel unterwegs ist, schickt er seine Privatdetektivin Melanie Gramberg in den Taunus und lässt sie dort gruselige Kriminalfälle lösen. Inzwischen hat der ehemalige Banker seinen fünften Roman veröffentlicht: nach seinem Debüt 2018 „Verfluchtes Taunusblut“ folgten „Taunusgier“, „Taunusschuld“, „Taunuskinder“ und in 2022 „Taunuswahn“.

Ihr fragt euch, was die Taunuskrimis mit Golden Sunbeams zu tun haben? Osvin und Britta haben viele Jahre in Frankfurt in der selben Bank gearbeitet, Osvin als Bereichsleiter Marketing/Vertrieb, Britta als seine Marketingleiterin.

2019 besuchten er, seine Frau und eine Freundin Britta zum ersten Mal in ihrer neuen Heimat Südafrika. Im Januar diesen Jahres war das Trio erneut zu Besuch am Kap. Aber lest bitte selbst, was die drei aus Bad Homburg alles erlebten:

Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams e.V.,

endlich war es wieder so weit: Nach unserem ersten Besuch bei Britta im November 2019 machten wir uns – das sind meine Ehefrau Birgit, unsere Freundin Astrid und ich – nach drei langen Coronajahren Ende Januar wieder auf den Weg nach Südafrika. Nach einer Woche Rundreise entlang der Garden Route verbrachten wir zwei tolle Wochen bei Britta, die ich, wie wir beide feststellten, 2024 zwanzig Jahre kenne. Neben dem eigentlichen Urlaub freuten wir uns besonders auf ein Wiedersehen mit unserer Patentochter Amala, die uns Britta vor neun Jahren, noch zu ihrer Zeit bei Hope and Light, vermittelt hatte.

Britta lud Amala, die mittlerweile vierzehn Jahre alt und bereits eine richtige junge Dame geworden ist, sowie deren Pflegeeltern Alice und Robert zu einem Nachmittagstreffen ein.
Es war unbeschreiblich, wie schnell eine warmherzige Unterhaltung entstand, in der wir uns nicht nur davon überzeugen konnten, dass Amala ihren Weg geht und konkrete Pläne für die Zukunft hat, sondern auch, dass sie bei Alice und Robert in besten Hände aufwächst.
Die Stunden vergingen viel zu schnell und bald stand die Abschiedsumarmung an, verbunden mit meinem Versprechen, Amala natürlich weiterhin zu unterstützen, damit sie ihre Träume erfolgreich verwirklichen kann.

Ein weiteres Highlight unseres Aufenthalts in Gordons Bay stand am Valentinstag an:
Britta nahm uns mit auf eine kleine Rundfahrt zu vier Township-Kindergärten, die Golden Sunbeams u.a. unterstützt.

Gleich zu Beginn die erste Überraschung: Der Valentinstag hat in Südafrika eine viel größere Bedeutung als in Deutschland. Alle Kindergärten waren geschmückt, Fotos wurden gemacht, und in einer Einrichtung unternahm man sogar einen Valentinsausflug.

­ Unsere erste Station war das Great Beginning Edu-Care Center im Township Asanda Village, wo wir von der Leiterin Naomi herzlich empfangen wurden. Auch die Kinder kamen sofort auf uns zu und begrüßten uns freudig, so als ob sie mit uns seit Langem vertraut seien. Überhaupt war in allen Kindergärten die Lebensfreude der Kinder unübersehbar, die nun wirklich in einfachsten Verhältnissen leben. Britta brachte sogar mit sehr kleinen Süßigkeiten die Kinderaugen zum Leuchten.

­

Neben einem neuen Sonnensegel, das dem Spielbereich Schatten spendet, konnten wir auch die neue Küche bewundern, die Golden Sunbeams ermöglichte. Zudem lernten wir zwei österreichische Volontärinnen kennen, die hier für einige Wochen helfen.

Nach einem Bild am Valentinstagstand ging es nach nebenan in die Sikuthale Pre-School. Dort wurden wir mit dem Lied „It`s my body“, begrüßt, das die Kinder spielerisch darauf aufmerksam macht, dass alleine sie über ihren Körper verfügen und niemand das Recht besitzt, ihnen gegenüber übergriffig zu werden. Ein tolles und eindrucksvolles Beispiel, wie man Kindesmissbrauch schon in ganz jungen Jahren entgegenwirken kann.

In einem anderen Klassenraum wurde ebenfalls eifrig gesungen, bis Britta einen Luftballon auspackte, mit dem die Kleinen einen lustigen Wettkampf entfachten. Brittas Kommentar „Deshalb sind die Südafrikaner so gut im Rugby“ sorgte für weitere Heiterkeit. ­
­ ­ ­
­Die nächste Station unserer Besuchstour war die EmfundiSweni Pre-School im Township Nomzamo, über die Golden Sunbeams in einem der letzten Newsletter berichtet hatte. Dort musste nach einem mysteriösen Verkehrsunfall das Tor zu der Einrichtung von EmfundiSweni erneuert werden.

Hier begegnete uns eine weitere beeindruckende Frau in Gestalt der Leiterin Nomalizo. Sie ist über 70 Jahre alt und hat einen wahrhaft grünen Daumen. So hat sie den Außenbereich in einen Nutzgarten verwandelt, um die Kinder möglichst autark und nachhaltig zu versorgen. Zudem führt sie die Kleinen auch an die Pflanzen und deren Nutzung heran. Hierfür hat sie auch bereits eine Auszeichnung erhalten. Die Selbstversorgung ist aber auch deshalb so wichtig, da Nomalizo die Pre-School mit einem äußerst niedrigen Budget führen muss.

Die Kinder hatten sich gerade zur Mittagspause versammelt und packten mitgebrachtes Obst aus. Leider hatten nicht alle welches dabei. Nun erlebten wir einen Gänsehautmoment. Während Nomalizo noch weiteres Obst aufschnitt, teilten Kinder ohne Aufforderung ihre mitgebrachten Sachen mit denen, die nichts hatten. Beklemmung stellte sich bei uns ein, als die Kinder sich nach dem Essen aus einem Eimer heraus mit einem Becher Leitungswasser erfrischten.

Nach diesem Erlebnis wurde ich schon etwas nachdenklich, als wir in Richtung Mittagessen fuhren.

Danach ging es zu unserem letzten Ziel, dem Covenant Kids Edu-Care Center in der Township Rusthof, den Chrizell leitet. Die Einrichtung kümmert sich um 95 Kinder. Es ist alles recht eng dort, sodass eine neu angebaute Garage als weiterer Klassenraum eine gewisse Entlastung gebracht hat. 

­Hier wurde auch Britta ihr mitgebrachtes Sonnensegel los, das sie eigentlich für Naomis Kindergarten im Asanta Village gedacht hatte. Es wurde von Chrizells Ehemann George erfreut entgegengenommen. Er überprüfte sofort die Maße der vorhandenen Fläche und machte sich Gedanken darüber, wie er es befestigen könnte. Ansonsten war es sehr ruhig dort, denn die Kinder lagen nach ihrem Valentinstagausflug kreuz und quer in den Räumen und hielten ihren Mittagsschlaf. Beeindruckend mit welcher Disziplin dies geschah, und dass auch Kinder, die nicht schliefen, brav ruhten.

Letztlich ging ein wunderbarer Tag mit vielen glücklichen, aber auch nachdenklichen Momenten zu Ende. Wieder einmal konnten wir uns davon überzeugen, wie wichtig die Arbeit von Golden Sunbeams ist, und wie toll die Kindergärten und Pre-Schools unterstützt werden. Britta und Bernd kann gar nicht genug für ihren wertvollen Einsatz gedankt werden!

Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen.

Viele Grüße
Osvin

Wir möchten Osvin an dieser Stelle sehr, sehr herzlich danken! Nicht nur für seinen ausführlichen und bewegenden Beitrag in unserem Newsletter. Er engagiert sich auf so vielfältige Weise – als Mitglied in unserem Verein, mit regelmäßigen Spenden und als Pate für das Mädchen Amala. Danke Osvin und wir freuen uns schon heute auf euren nächsten Besuch in Kapstadt!

Herzliche Grüße von

Britta und Bernd