Newsletter #43 Eine Liebeserklärung an die Kapregion und ihre Menschen!

Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams,

im Blog auf unserer Website haben wir bereits mehrfach junge Menschen, die ein Volontariat bei uns absolvierten, zu Wort kommen lassen. Sie haben von ihren Erfahrungen in den Township-Kindergärten und ihren Erlebnissen und Begegnungen mit der Natur und den Menschen in Südafrika berichtet.
Ihre Erfahrungsberichte findet ihr hier: https://goldensunbeams.org/de/blog/

Heute möchten wir den Bericht von Pia mit euch teilen, die vor gut einem Jahr nach Kapstadt kam und ein sechsmonatiges Volontariat bei uns absolvierte. Sie schaut heute noch einmal für euch und uns zurück auf diese schöne ereignisreiche Zeit.

„Nach meinem FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) wollte ich noch unbedingt ins Ausland, hatte aber keine konkrete Vorstellung. Durch Lia kam ich zufällig auf Golden Sunbeams und durch ihre Erzählungen war ich direkt begeistert (Anmerkung: Wir berichteten im Newsletter # 24 vom 17.2.2021 über Lia und Elena, die auch ein Volontariat bei uns im Frühjahr 2021 absolvierten). So kam es, dass ich mich im August ins Flugzeug nach Kapstadt setzte, um dort 6 Monate zu verbringen. ­ ­
­ ­ ­ ­ ­
Die ersten Wochen habe ich im Kindergarten „Sikuthale“ im Township Asanda – Village einer von vielen Kindergärten, welcher von Britta und Bernd unterstützt wird, verbracht. Er ist mit ca. 100 Kindern relativ groß. Ich war hauptsächlich in der Vorschulklasse und mit der Schulleiterin Muriel bei den 3 bis 4-Jährigen ­ ­
­ ­ ­ ­ ­
Ich wurde sehr herzlich empfangen und habe mich direkt wohlgefühlt. Die Kommunikation mit den Lehrerinnen lief auf Englisch, das war gar kein Problem. Nur vereinzelt konnten Kinder erstaunlich gut Englisch, daher lief die Kommunikation hauptsächlich, aber sehr herzlich, mit Händen und Füßen. Es wird sonst die Klicksprache „Xhosa“ gesprochen, eine der meistgesprochenen und für mich unheimlich faszinierenden Stammessprachen in Südafrika. Durch das tägliche Hören und Miterleben der Sprache, konnte ich nach und nach einige Sätze und Wörter verstehen und sogar die Zahlen lernen! ­ ­
­ ­ ­ ­ ­
Nach der Ankunft der Kinder durfte ich meistens den Unterricht in der Vorschulklasse leiten, bevor die Lehrerin kam. Wir wiederholten auf kreative Weise Formen, Farben, Zahlen, Wochentage und Buchstaben auf Englisch.

Bei den kleineren Kindern ging es hauptsächlich um wichtige motorische Fähigkeiten, ihr soziales Verhalten, die korrekte Durchführung von Alltagshygiene, aber auch Durchsetzungsvermögen im Umgang mit ihren Spielgefährten.

Dort haben mir die kreativen und Bastelstunden am besten gefallen und ich konnte stets meine eigenen Ideen und Anregungen einbringen

Eines meiner Highlights im Kindergarten war definitiv die Abschiedsfeier der Kinder vor den Sommerferien, bevor sie in die Schule kommen. Es ist ein sehr emotionales und aufregendes Ereignis! Auch für mich, da mir die Kinder in kurzer Zeit so sehr ans Herz gewachsen sind. Die Mädchen sehen aus wie kleine Prinzessinnen und die Jungs kommen in Anzügen. Es werden Bilder gemacht, traditionelle Lieder gesungen, die Kinder führen etwas vor und am Ende wird zusammen gegessen uns getanzt. Es hat mich sehr berührt, bei einer so intimen Veranstaltung im Kreise der Familien dabei sein zu dürfen

Kreatives Ausleben an der Kindergartenmauer

Gewohnt habe ich für die lange Zeit mit 5-10 anderen Freiwilligen in Strand, einem Vorort, ca. 30 Minuten von Kapstadt entfernt. Von unserer Wohnung aus hatten wir einen tollen Blick auf die ganze False Bay. „Mutter“ der WG ist Patricia. Sie kommt aus Südafrika und kümmert sich seit Jahren um die Leute im Township und kennt sich dort auch bestens aus. Sie ist es auch, die uns täglich in die jeweiligen Einrichtungen fährt und auch wieder abholt. Vor allem bei der Planung von Ausflügen ist sie die perfekte Ansprechpartnerin

Sonnenuntergang in Strand

­Nachmittags und vor allem am Wochenende gibt es viel in und um Kapstadt zu entdecken!
Zu meinen Highlights gehören auf jeden Fall die vielfältigen Foodmärkte, die Wanderung auf den Table Mountain, der Besuch beim Kap der guten Hoffnung, Schwimmen in der Kogel Bay, das Surfen in Muizenberg, das Genießen vom Sonnuntergang auf dem Lions Head und die Besuche auf den Weinfarmen eher im Inneren des Landes. Langweilig war uns definitiv sehr selten!

Direkt vor der Haustüre erstreckt sich ein weiter Strand und es gibt einige nette Cafés und Restaurants, welche sich besonders für windiges Wetter eignen. Zusätzlich liegt hinter Strand direkt eine Bergkette, von welcher aus man eine tolle Aussicht auf die ganze Bucht und die vielfältige Natur genießen kann.

Unser Lieblingsstrand war Kogelbay. Dort war nicht viel los und wir hatten das ein oder andere Abenteuer mit Affen, den sogenannten Baboons.

Bootstour vor Kapstadt bei Sonnenuntergang
Atemberaubende Küste am Kap der guten Hoffnung
Aussicht vom Lions-Head auf Camps Bay und die 12 Apostel

Während der Weihnachtsmonate sind die Einrichtungen geschlossen und drei Freundinnen aus der Wohnung und ich wollten die Zeit nutzen, mehr vom Land zu sehen. Und so machten wir uns auf, zu einer 20-tägigen Campingtour mit einer Reisegruppe.

Von Kapstadt aus ging es nach Norden bis nach Namibia in die Wüste zu den roten Dünen und zum berühmten Sossusvlei. Nach ein paar Nächten im Etosha Nationalpark, welcher zurecht bekannt für seine einzigartigen Safaris ist, durften wir Teil einer besonderen Zeremonie der Ureinwohner Namibias sein. Es ging weiter nach Botswana in das einzigartige Okavango Delta und in den Chobe Nationalpark. Ende der Reise war in Zambia bei den Victoriafällen, das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Die Tierwelt so hautnah zu erleben und die stets wechselnden, aber wunderschönen Landschaften waren einmalige Erlebnisse, welche ich nie vergessen werde!

Elefantenherde im Chobe Nationalpark
Unzählige Zebras im Etosha Nationalpark
Löwenfamilie im Etosha Nationalpark

Ein halbes Jahr klingt zuerst sehr lang, durch die vielen Erfahrungen und berührenden Eindrücke vergeht die Zeit jedoch viel zu schnell. Auch wenn hier viele Menschen am finanziellen Existenzminimum leben, sind viele von ihnen die hilfsbereitesten, dankbarsten und herzlichsten Menschen, die ich je kennengelernt habe.

Kapstadt bietet eine so große Breite an kulturellen Sehenswürdigkeiten, eine fassettenreiche Tierwelt, sportliche Aktivitäten, unfassbar gutes Essen und eine einzigartige Natur, dass es fast unmöglich ist, diese Stadt nicht zu lieben. Und für alle, die sich nach einem neuen Abenteuer inmitten einer atemberaubenden Landschaft, sowie einer lebendigen und lebensfrohen Großstadt sehnen, kann ich mit Sicherheit sagen, Kapstadt ist genau das wonach ihr sucht.

Dune 45 am Morgen

Ich bin unheimlich dankbar, dass ich die Leute und Kultur Südafrikas und vor allem in den Townships, dank Britta und Bernd, erleben und lieben lernen durfte. Es ist und bleibt für mich ein magisches und vielfältiges Land, welches ich vollkommen in mein Herz geschlossen habe. ­ ­
­

An dieser Stelle möchten wir unserer „Autorin“ Pia, allen ehemaligen und aktuellen Volontär:innen ganz herzlich danken! Euer Einsatz und Engagement als Zeitspender:innen ist eine sehr wichtige Säule der Arbeit von Golden Sunbeams und für viele unserer Projekte unverzichtbar – vielen Dank!

Wir sind immer sehr berührt, wenn unsere Volontär:innen Südafrika nach einigen Monaten verlassen und das Gefühl mitnehmen, Erfahrungen gemacht zu haben, die sie nachhaltig beeinflussen und prägen. Dann haben wir es geschafft, genau das zu vermitteln, wofür wir hier leben und arbeiten.

Solltet ihr, eure Kinder oder Enkel Interesse an einem Volontariat bei Golden Sunbeams e.V. haben – hier findet ihr weitere Informationen: https://goldensunbeams.org/de/spenden-mitgliedschaft-ehrenamt/

Für heute verabschieden wir uns aus unserem heißgeliebten Kapstadt,

Britta & Bernd