
Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams,
seit dem Lockdown sind bereits vier lange Monate vergangen, in denen wir unserer normalen Arbeit in den Townships nicht nachgehen konnten. Viele unserer Freundinnen, Unterstützerinnen und Sponsor*innen fragen, wie es uns in Südafrika ergeht, denn die Berichterstattung der deutschen Medien spiegelt nicht immer unsere Realität wider.

Bei uns im Western Cape stiegen die Covid-Infektionszahlen zu Beginn der Pandemie am stärksten an und so war auch die Anzahl der Todesfälle hier am höchsten. Aktuell sind die Infektionszahlen im Western Cape leicht rückläufig. Der Virus breitet sich nun jedoch in den anderen eng besiedelten Provinzen, wie Gauteng (Johannesburg), Eastern Cape (Port Elisabeth) und KwaZulu-Natal (Durban) rapide aus.
Aktuell wurden 570.000 Menschen positiv auf das Virus getestet, 430.000 von ihnen sind bereits genesen, Südafrika hat zum jetzigen Zeitpunkt 11.000 Tote zu beklagen. Damit ist die Zahl der Infizierten sehr hoch und Südafrika liegt weltweit auf Rang 5. Glücklicherweise ist die Anzahl der Todesfälle sehr gering und bis heute nicht viel höher als in Deutschland. Und darüber sind wir natürlich sehr, sehr froh.

Aktuelle Covid-Statistik vom 12. August 2020
Noch immer herrscht ein Verbot für den Verkauf von Alkohol und Zigaretten. Auch bleibt der internationale Tourismus erst einmal noch aus. Die wirtschaftlichen Aussichten sind trübe, infolgedessen steigen die Arbeitslosenzahlen. Nur wenige Menschen erhalten Unterstützung von der Regierung. Aufgrund der ausgeprägten Korruption kommen die finanziellen und materiellen Unterstützungsleistungen, wie Nahrungsmittelpakete, bei den Bedürftigen nicht an. Das Ergebnis: Hunger! Der Hunger ist das nach wie vor größte Problem und der Zulauf zu den Suppenküchen ist immens.

Auch wenn viele unserer Kindergärten wieder geöffnet haben, so ist die Anzahl der Kinder, die wieder zur Schule gehen, sehr gering. Einerseits haben die Eltern Angst, ihre Kinder könnten sich mit dem Virus anstecken, andererseits fehlt ihnen aufgrund von Arbeitslosigkeit das Geld, die Schulgebühren zu bezahlen. Unter kostspieligen und aufwendigen Hygienevorschriften haben unsere Kindergartenleiterinnen ihre Kindergärten wieder eröffnet. Nun aber bleiben über 50% ihrer Einnahmen aus, weil die Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Ein trauriger Teufelskreis, der nur sehr schwer zu durchbrechen ist.




Glückliche Kinder vor der Corona-Pandemie – ohne Masken, ohne Abstand zu halten und mit warmen Mahlzeiten.





Hungrige Kinder während der Corona-Pandemie – mit Masken, auf Abstand und in langen Warteschlangen für eine warme Mahlzeit.
Die Sicherstellung gesunder Ernährung hat bereits seit unserer Vereinsgründung eine hohe Priorität. Im Juli haben wir tausende von Pflanzensetzlingen bestellt. Für die Südafrikaner ist August fast schon Frühling, denn die ersten Mandelbäumchen beginnen zu blühen, die Bäume bekommen frische junge Triebe. Für uns ist das die Zeit der Gemüse- und Salatpflanzen, die im August bereits groß genug sind, dass wir sie an die Kindergärten ausliefern, die einen Gemüsegarten betreiben.





Wir bedanken uns herzlichst bei Vicky und Mike Roper. Die Gründer der CHEAFRIKA Foundation (www.cheafrica.net) übernehmen in dieser Saison die gesamten Kosten für die Gemüse- und Salatsetzlinge.
Ein großes Dankeschön geht auch an unsere vielen Sponsorinnen, Freundinnen und Bekannte, die uns in dieser schwierigen Zeit so großartig mit ihren Spenden unterstützen.
Herzlich danken möchten wir auch unseren Partnerorganisationen Masikhule (www.masikhule.org) und Masincedane (www.masincedane.com), ebenso unseren Kindergartenleiterinnen und Kindergartenlehrerinnen, die in ihren Suppenküchen warme Mahlzeiten verteilen und die ihre Gemeinden mit Lebensmittelpaketen bzw. Lebensmittelgutscheinen versorgen.
Über Spenden oder Spendenaufrufe auf Facebook zur Unterstützung unserer Kindergärten in den Townships freuen wir uns sehr.
Unser Spendenkonto:
Golden Sunbeams e.V.
Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt
IBAN DE54 5085 0150 0023 0186 32
BIC HELADEF1DAS
Herzlichen Dank für jede noch so kleine Unterstützung, liebe Grüße aus Südafrika und bleibt vor allem gesund!
Britta und Bernd