Schon lange hatten wir geplant, nach dem Abitur als Volontäre nach Südafrika zu reisen. Das Abreisedatum rückte immer näher und umso größer wurden unsere Sorgen, dass wir aufgrund der Corona Situation nicht die Möglichkeit haben werden, unsere Reise anzutreten. Anfang Januar war es dann so weit und wir wagten den Schritt nach Südafrika – resümierend die beste Entscheidung die wir hätten treffen können.

Um möglichst viele Erfahrungen und Eindrücke zu gewinnen, hatten wir während unserer 5 Monate in Südafrika die Möglichkeit, gleich mehrere Kindergärten zu besuchen.
Unser erster Kindergarten, welchen wir unterstützen durften, war „Bright Future“. Aufgrund der Corona Pandemie waren in den ersten Wochen nur sehr wenige Kinder vor Ort. Dadurch fiel es uns einfacher, die Kinder kennenzulernen und wir fühlten uns schnell sehr wohl. Mit der Zeit kamen immer mehr Kinder dazu und der übliche Ablauf des Kindergartenalltages konnte stattfinden. Zanele, die Schulleiterin sowie das gesamte Personal hat bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Nicht nur das positive Klima sondern auch die fürsorgliche und ruhige Art, mit der die Kinder auf die Schule vorbereitet werden, hat uns sehr gefallen.


Nach 2 Monaten bei „Bright Future“ war es an der Zeit den Kindergarten zu wechseln und so gingen wir zu „Sikuthale“.
Dort angekommen, merkten wir schnell wie verschieden die Kindergärten in den Townships arbeiten, beruhend auf deren jeweiligen Kapazitäten.
„Sikuthale“ hatte gleich vier Klassenräume und dadurch einige Kinder mehr. Wir unterstützten abwechselnd die Schulleiterin Muriel und die Lehrerin Abigail.
Am Anfang ist es uns schwer gefallen, mit den Kindern zu kommunizieren, da diese sich auf ihrer Muttersprache Xhosa unterhalten. Bei „Bright Future“ war das anders, denn hier wurde ausschließlich Englisch gesprochen. Mit der Zeit haben wir uns aber daran gewöhnt und gelernt, damit umzugehen.
Unsere Aufgabe bei „Sikuthale“ war vor allem der Englischunterricht. So versuchten wir jeden Tag den Kindern die Basics beizubringen, dazu gehörten unter anderem die Zahlen, das Alphabet, die Wochentage sowie Monate aber auch die verschiedenen Formen und Farben. Uns hat es sehr gefreut, dass wir innerhalb von vier Wochen schon große Fortschritte erkennen konnten, was wir darauf zurückführen, dass die Kinder ausschließlich auf Englisch mit uns kommunizieren konnten. Auch bei der Schulleiterin Muriel blieb das nicht unerkannt.

Neben dem Unterricht haben wir viel mit den Kindern gespielt und gebastelt sowie die Lehrerinnen bei ihren täglichen Aufgaben unterstützt.

Bei „Sikuthale“ hat uns sehr positiv überrascht, wie organisiert und vielfältig die Lehrerinnen den Kindern ihren Lernstoff beibringen, trotz der geringen Hilfsmittel, die zur Verfügung standen.
Einen kurzen Zwischenstopp durften wir auch beim Kindergarten „Lekkerbekkies“ machen, welcher 2019 von deutschen Architekturstudenten erbaut wurde. Leider sind hier trotz der tollen Ausstattung weniger Kinder als gewünscht angemeldet, weshalb Bernd und Britta die Idee hatten, durch eine neue Facebook-Seite auf den Kindergarten aufmerksam zu machen. Um diese Facebookseite nach Florencias (Kindergartenleiterin) Vorstellungen entsprechend zu gestalten, entschieden wir uns dazu, zwei Tage in diesem Kindergarten zu verbringen. Wir entwickelten in dieser Zeit ein Logo und hielten unsere Eindrücke fotografisch fest um später die Facebook-Posts zu erstellen. Die liebevolle und offene Art von Florencia mit den Kindern umzugehen fanden wir sehr bemerkenswert und wir hoffen, dass wir ihr durch die Facebook-Seite helfen konnten.
Den dritten Kindergarten, welchen wir besuchten, hieß „Lithemba“ und auch hier wurden wir sehr freundlich empfangen. Hier hatten wir die Möglichkeit, überwiegend mit Babys und Kleinkindern zusammenzuarbeiten. Unsere täglichen Aufgaben waren daher zum großen Teil, die Babys zu füttern, zu wickeln und zu beschäftigen, auch mit den älteren Kindern haben wir viel schöne Zeit verbracht. Wir sind glücklich in „Lithemba“ noch so tolle, neue Erfahrungen im Umfang mit Babys gemacht zu haben.
Doch schon lange haben wir uns darauf gefreut, zurück zu „Bright Future“ zu gehen, weil die Kinder uns schon in den ersten zwei Monaten sehr ans Herz gewachsen sind und wir freuten uns sehr darauf sie wieder zu sehen. Mittlerweile hatte sich der Kindergarten gefüllt, die Kinder haben sich weiterentwickelt und auch die Lernmethoden wurden erweitert. Die letzten vier Wochen bei „Bright Future“ zu verbringen war für uns der perfekte Abschluss unseres Aufenthaltes.
Zusammenfassend hat uns die Freiwilligenarbeit sehr viel Spaß gemacht. Wir haben uns gefreut die Kinder in den Townships unterstützen zu können und ein Einblick in deren Leben zu gewinnen.
Gewohnt haben wir in einer schönen Wohnung in Strand, in der wir uns sehr wohlgefühlt haben. Patricia van der Westhuizen von Travel2Volunteer fuhr uns täglich zu den Projekten und stand uns bei allen Fragen immer ganz wunderbar zur Seite.
Neben unserer Arbeit in den Kindergärten boten sich viele Möglichkeiten das Land zu erkunden. Von den Aktivitäten die jeder gemacht haben muss, wie dem Tafelberg, dem Cape Point, dem Lions Head bis hin zu einem Wochenendtrip, um die Garden Route zu erkunden standen uns alle Möglichkeiten offen. Auch Bernd und Britta haben viel mit uns unternommen und einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir unsere Zeit in Südafrika niemals vergessen werden.
Wir sind allen Beteiligten sehr, sehr dankbar für diesen tollen und lehrreichen Aufenthalt in dieser turbulenten Zeit!
