Von Oktober bis Dezember 2018 hatte ich das Glück neun Wochen als Volontärin in Südafrika zu verbringen.

Schon lange bestand mein Wunsch darin nach Südafrika zu reisen, um die Kultur und die Menschen dieses Landes kennenzulernen und um einen Einblick in das Leben der Menschen in ärmeren Gebieten zu bekommen. Eine Ehrenamtliche Tätigkeit in einem Projekt vor Ort in einem Kindergarten bot sich daher als ideale Möglichkeit an, um diese Erfahrungen zu sammeln. Der Reisezeitraum war auch perfekt, da ich vom beginnenden Winter in Deutschland in den Sommer nach Südafrika startete. Große Erwartungen an die Reise hegte ich im Vorfeld nicht, da ich mich überraschen lassen und unvoreingenommen die Eindrücke aufnehmen wollte.
Durch Britta und Bernd kam ich zu dem Kindergartenprojekt „SIKHUTHALE“, ein Kindergarten mit 120 Kindern im Asanda- Village Township.
Mein Tagesablauf im Projekt gestaltete sich folgendermaßen: Um ca. 8 Uhr bin ich im Kindergarten angekommen. Zuerst versammelten sich alle Kinder und dann wurde zusammen gesungen und auf das Eintreffen der restlichen Kinder und aller Lehrerinnen gewartet. Anschließend wurden die Kinder auf ihre Klassen aufgeteilt und sind mit ihrer Lehrerin in den jeweiligen Klassenraum gegangen. Ich habe die Lehrerin Abegail in der Grade Ra, der Vorschulklasse, unterstützt. Wenn die Lehrerin nicht da war, durfte ich oft den Unterricht leiten. Aber auch so hatte ich die Möglichkeit viele eigene Ideen einzubringen. Außerdem half ich der Direktorin viel in ihrem Büro: beim Vorbereiten von neuen Dokumenten und Unterlagen für das neue Schuljahr und ich habe probiert, ihr die grundlegenden Basics von Word am Computer beizubringen. Die Kinder in der Grade R waren alle um die 6 Jahre alt und wurden auf die erste Klasse vorbereitet. Der Unterricht war in verschiedene Phasen eingeteilt und wurde sowohl auf Englisch als auch auf Xhosa gehalten. Die Materialien, die der Lehrerin zur Verfügung standen, waren sehr einfach und minimalistisch im Vergleich zu deutschen Standards, aber komplett ausreichend. Beispielsweise übten sie das Zählen mit Flaschendeckeln.
Die Kinder lernten unter anderem die Zahlen von 1-10, Körperteile, Farben und Wochentage – auch auf Englisch. Nach der ersten Unterrichtsphase war Frühstückszeit und dann Zeit zum Spielen, dafür gab es Memories, Bauklötze und ähnliches. Danach wurde oft – bezugnehmend auf das Thema vom Vormittag – etwas gemalt oder gebastelt. Um 12 Uhr stand die Mittagspause an und im Anschluss freies Spielen im Außenhof. Für mich endete der Tag meist hiermit und ich wurde wieder nach Hause gefahren.
Gewohnt habe ich in Strand, einem Ort, ca. 45 Minuten von Kapstadt entfernt, in einer Wohnung mit 11 anderen Ehrenamtlichen Helfern. Die Wohnung wurde von Patricia geleitet, die einem mit Rat und Tat zur Seite stand und die Fahrdienste zu den Projekten übernahm. In unserer Freizeit und am Wochenende haben wir Kapstadt und die Umgebung erkundet, waren auf dem Tafelberg und dem Lion´s Head oder waren auf einem der zahlreichen Food-Märkte oder einem Weingut. Durch die vielen Leute in der Wohnung kam nie Langeweile auf und es gab immer jemanden, der mit einem Ausflüge unternehmen wollte. Highlights in Südafrika waren für mich – abgesehen von den Erfahrungen im Kindergarten und den Ausflügen um Kapstadt herum – die 5- Tagesreise entlang der Garden Route mit Besichtigung einer Straußenfarm, den Cango Caves sowie einer Safari und einem Elephant Bush Walk.
Zurück im kalten Deutschland bin ich sehr dankbar für all die tollen Erfahrungen, die ich machen durfte und die Menschen, die ich während meiner Zeit in Südafrika getroffen habe. Dazu zählen auch Bernd und Britta, die mir während meines Aufenthalts immer als Ansprechpartner zur Verfügung standen. Der Aufenthalt in Südafrika hat mir bewusst gemacht, wie gut unser Lebensstandard in Deutschland ist, verglichen mit den Wohnsituationen der Leute im Township und dass es nicht selbstverständlich ist, so leben zu können, wie wir. Eine Reise nach Südafrika kann ich jedem nur empfehlen! Und es wäre schön, wenn es mehr Projekte und Unterstützer dieser Art geben würde!
