

Es war schon immer mein Traum, nach Abschluss der Schule nach Südafrika zu reisen. Im September 2019 wurde dieser Traum Wirklichkeit. Ich flog für sieben Monate nach Kapstadt. Es war sehr wichtig für mich, so lange zu bleiben, weil ich Land und Leute unbedingt kennenlernen wollte. Der beste Weg, dies zu tun, war durch meine Freiwilligenarbeit in Asanda Village.
Bernd und Britta haben mich in einen Kindergarten namens Sikuthale gebracht. Es ist eine ziemlich große Einrichtung mit ungefähr 120 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Insgesamt haben sie vier Klassenzimmer und auch ein Babyzimmer. Die Schule und die Kindergärten in Südafrika beginnen Anfang des Jahres. Als ich ankam, waren es noch drei Monate bis zur großen Sommerpause. Deshalb habe ich in der Vorschule “Grade R” angefangen. Die Kinder sind vier bis fünf Jahre alt, daher haben wir nicht wirklich viel Schulunterricht gemacht. Die Aktivitäten konzentrierten sich mehr auf Kreativität und die Entwicklung motorischer Fähigkeiten. Als ich morgens gegen 8 Uhr ankam, saßen die Kinder normalerweise im Kreis und ihre Lehrerin begann mit Englisch oder Mathematik. Danach hatten die Kinder eine Zwischenmahlzeit und dann emtweder Schneiden, Zeichnen oder Fingermalen. Gegen 12 Uhr gingen alle nach draußen, um zu spielen, und aßen danach zu Mittag. Leider hatte die Lehrerin gerade ihren Job gekündigt und es niemandem erzählt. Nachdem ich einen Monat in der Schule war, bekam ich deshalb meine eigene Klasse. Aber zum Glück hat mir die Schulleiterin immer unterstützt. Die Kommunikation war nämlich nicht immer einfach, da die Kinder nicht gut Englisch sprechen. Ihre Muttersprache ist Xhosa.

Die ersten drei Wochen waren etwas schwierig für mich, weil die Dinge anders gehandhabt wurden als in Deutschland und auch die Interaktion mit den Kindern war nicht immer einfach. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und verstand, wie es lief. Ich habe die Kinder immer besser kennengelernt. Auch wenn wir uns nicht die selbe Sprache sprechen, habe ich eine Freundschaft mit den Kindern aufgebaut. Ich habe mich nie wirklich als ihren Lehrer gesehen, mehr als einen Freund. Das war auch der Grund, warum ich mich entschlossen habe, für die ganze Zeit in Südafrika im Kindergarten Sikuthale zu bleiben. Ich hatte wirklich die beste Zeit dort und freute mich sehr, meine Klasse nach der Sommerpause wiederzusehen. Ich muss zugeben, dass es manchmal sehr anstrengend sein kann, aber alles in allem ist es eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Das neue Schuljahr begann im Januar. Die Kinder gingen in die Vorschulklasse “Grade R” und ich auch. Abegail ist eine von zwei Lehrerinnen der Klasse “Garde R” und sie ist eine so gute Lehrerin. Ich habe es absolut geliebt, bei ihr zu bleiben. Sie ließ mich viel unterrichten und wir kamen sehr gut miteinander aus. Es war so schwer, sich zu verabschieden, weil wir viel Zeit miteinander verbracht haben und ich viel Spaß hatte.


Ich habe in diesen sechs Monaten in Sikuthale so viel gelernt. Freiwilligenarbeit in einem Township-Kindergarten war wirklich die beste Entscheidung und ich bin dankbar, dass Bernd und Britta dies möglich gemacht haben.
Die Wohnung, in der ich gewohnt habe, befindet sich in Strand und gehört Patricia. Sie ist auch diejenige, die uns zu den Projekten fährt. Die meiste Zeit waren wir ungefähr 10 Leute in der Wohnung, was ziemlich cool war. Wir haben immer etwas zusammen oder in kleinen Gruppen unternommen. Ich bin mit zwei Freundinnen, die ich zum Beispiel in der Wohnung getroffen habe, auf die Garden Route gegangen. Es gibt viele Aktivitäten in und um Kapstadt, so dass wir uns nie gelangweilt haben. Die Lebensmittelmärkte sind fantastisch, aber auch die Landschaft, die viele Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Mountainbiken und natürlich Surfen bietet. Stellenbosch ist wirklich gut für Weinproben und es gibt dort viele Studenten wegen der Universität, was der Stadt eine sehr coole Atmosphäre verleiht.
Ich kann sagen, dass ich das Land und die Menschen, die dort leben, wirklich kennengelernt habe. Nicht nur wegen der Arbeit in einer Gemeinde, sondern auch wegen der Südafrikaner, die ich während meines Aufenthalts getroffen habe. So habe ich die beiden Seiten des Landes kennengelernt. Es gibt eine so große Kluft zwischen Arm und Reich und ich bin froh, dass ich nicht nur eine Seite gesehen habe. Wir waren normalerweise an den Wochenenden in Kapstadt oder Stellenbosch und es fühlte sich manchmal wie ein anderes Land an. Die meisten Touristen sehen nur eine Seite, aber Südafrika ist so viel mehr als das.!

