Ich hatte das große Glück für knapp zwei Monate, als Volontär in Südafrika zu verbringen. Aus dieser Zeit habe ich viele aufregende und prägende Erfahrungen mitnehmen können. Darauf möchte ich hier ein wenig eingehen.
Die Möglichkeit an diesem tollen Projekt teilzunehmen, verdanke ich dem Golden Sunbeams e.V., insbesondere Britta und Bernd. Zwei Menschen, welche eine wirklich wichtige und notwendige Aufgabe erfüllen.
Ich bin mit der Intention geflogen, meine Zeit dort mit sinnvollen Aufgaben zu füllen und wurde diesbezüglich nicht enttäuscht. Es war eine gute Mischung aus zwischenmenschlichen und handwerklichen Tätigkeiten.



Der erste Kindergarten indem ich aushelfen durfte, hatte den Namen „Sikuthale“ und lag im Township Asanda- Village. Hier wurde ich mit offenen Armen empfangen und nach kurzer Eingewöhnung hatte ich schon ein Gefühl von Zugehörigkeit entwickelt. Die Kinder hier verständigten sich hauptsächlich in ihrer Muttersprache ,,Xhosa“, was es manchmal zu einer schwierigen Aufgabe machte, verständlich zu kommunizieren. Doch nach ein paar Tagen war auch das kein Problem mehr und man konnte sehen wie sich Kinder und Lehrer über die zusätzliche Unterstützung freuten.
Durch die harten Wetterbedingungen in Kapstadt, hat der Kindergarten, wie auch viele andere Gebäude in den Townships, großen Restaurierungsbedarf. Durch Unwetter ist das Dach an einer Stelle undicht geworden und durch massive Regenschauer völlig zerstört worden. Da ich unter anderem auch handwerkliche Unterstützung leisten wollte, habe ich dann nach kurzer Zeit das Unterrichten gegen das Dachdecken eingetauscht. Zusammen mit zwei lokalen Handwerkern haben wir innerhalb kürzester Zeit, die alten, undichten Dachbleche entfernt und den betroffenen Innenbereich von den


Wasserschäden befreit. Nach Erneuerung und Versieglung des Dachabschnitts, renovierte ich den Innenbereich. Als ich fertig war, wurde mir, trotz eher geringem Arbeitsaufwandes, eine unglaubliche Dankbarkeit entgegengebracht, welche ich vorher so noch nicht erfahren hatte.
Die zweite Station war dann ein wesentlich kleinerer Kindergarten. Eine andere Volontärin hatte hier schon einmal mehrere Wochen verbracht. Sie hatte die Vorstellung von einem neuen Anstrich des Außenbereiches. Da ich in Absprache mit Britta und Bernd meine Tätigkeiten mitbestimmen konnte, kamen wir auf die Idee, diese Vorstellung umzusetzen. Nach kurzer Zeit haben wir dem Kindergarten einen neuen Anstrich verpasst. Die Kinder haben uns tatkräftig unterstützt und mit großer Freude beim Streichen geholfen. Dies war auch wieder eine sehr dankbare Erfahrung.

Zwischendurch haben Britta und Bernd uns immer wieder mal zu anderen Kindergärten und Vorschulen gebracht. So konnten wir einen umfassenderen Einblick in das tatsächliche Leben in und außerhalb der Townships bekommen. Der wohl am meisten gebliebene Eindruck ist, dass die Menschen dort unter völlig anderen Voraussetzungen ihr Leben führen, als ich es gewohnt bin. Hier habe ich schnell bemerkt, wie glücklich Menschen sein können, auch ohne das Anhäufen von materiellem Besitz. Dies einmal wirklich hautnah zu erfahren, hat viele Lebensumstände welche uns umgeben, in eine neue Perspektive gerückt.
Der letzte Kindergarten in dem ich untergebracht war, hieß ,,Bright Future“ und war ein sehr fröhlicher und belebter Ort. Die Kinder und Lehrer sprachen gut Englisch, was für ein schnelles und gutes Kennenlernen sorgte. Hier war ich nun, um die Wände und Mauern zu bemalen. Zuerst haben wir die Grundfarbe aufgetragen. Dann ging das Zeichnen und Ausmalen los. Nach knapp 2 Wochen war unser kleines Projekt dann fertig. Auch wenn an heißen oder windigen Tagen das Streichen ein wenig erschwert wurde, hat der ganze Prozess großen Spaß gemacht. Die Kinder haben uns auch hier toll unterstützt und den ganzen Anstrich erst zu etwas wirklich Besonderem gemacht.



Doch auch neben den gut gefüllten Vormittagen in Südafrika, hat es uns an
Freizeitaktivitäten nicht gemangelt. Für mich war der Strand ein super Zeitvertreib, trotz des südafrikanischen Winterwetters. Ein paar Minuten Fußweg von der Wohnung entfernt, gab es einen weitläufigen Sandstrand, an dem super Wellen gebrochen sind. Für jeden der gerne mal surft oder seine Zeit am Meer verbringt, ein durchaus empfehlenswerter Ort. Hier habe ich viele Stunden verbracht, auch wenn das Wasser nur knackige 15 Grad hatte. Ein Problem, dass ein dicker Neoprenanzug und die richtige Einstellung geregelt haben. Die zuvorkommende Organisatorin Patricia hat uns mit reichlich aufregenden und erschwinglichen Aktivitäten, neben der eigentlich Arbeit, versorgt. Von zahlreichen Wanderungen in den beeindruckendsten Gebirgen, über tolle Restaurants, bishin zu Fallschirmsprüngen gab es viel zu erleben. Viel mehr neue Eindrücke als ich jemals zuvor in nur 2 Monaten gewonnen habe. Auch eine dreitägige Tour entlang der ,,Garden-Route“ konnte ich genießen. Hier war eine Safari und der offiziell höchste Bungeejump der Welt mit inbegriffen, welche zu den zwei aufregendsten Sachen gehörten. Ich denke Südafrika und speziell in Kapstadt ist für jeden Geschmack etwas zu finden. Keiner der Volontäre musste sich nach der Arbeit langweilen.



Zusammengefasst habe ich eine wunderbare Zeit erlebt, die ich auf keinen Fall missen möchte. Jedem der auf der Suche nach sinnvollen Tätigkeiten, an einem unglaublich schönen Ort ist, kann ich dieses Projekt nur wärmstens empfehlen. Ich bin sehr dankbar und glücklich diese Erfahrung gemacht zu haben.
Vielen Dank für die schöne Zeit.