
Liebe Freundinnen und Freunde von Golden Sunbeams,
vor genau drei Jahren – am 11. Oktober 2018 – haben wir euch den allerersten Newsletter unseres noch jung gegründeten Vereins geschickt. Wie ihr wisst, hatte unsere Arbeit damals bereits eine lange Tradition, denn Bernd Holtkamp startete vor über 20 Jahren mit seinem ersten Kindergarten „Helderberg Golden Sunbeam“ im Township Macassar. Heute, im 31. Newsletter von Golden Sunbeams e.V., möchten wir zurückblicken auf das, was sich in den drei Jahren seit unserer Veriensgründung verändert hat.

Mit vielen kleinen und großen Bauprojekten konnten wir unsere Kindergärten bis zum Beginn der Corona-Pandemie an Ort und Stelle in den Townships unterstützen:





Mit der Anlage von Gemüsegärten, mit dem Ausbau von Klassenräumen, Sanitäranlagen und kompletten Küchen, mit der kindgerechten Gestaltung von Spielplätzen und Außenanlagen, mit Reparaturen jeglicher Art und vielen anderen baulichen Themen. Aber das alles wisst ihr ja bereits, denn wir haben in unseren monatlichen Newslettern stets darüber berichtet.
Seit Frühjahr 2020 hat sich unsere Arbeit gewandelt: Auch wenn die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Südafrika noch sehr gering war, so wurden bereits am 18. März 2020 vorsorglich alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Nur 9 Tage später, am 27. März 2020, folgte der “Lockdown“: Für die meisten Südafrikaner bedeutete dies, Zuhause bleiben zu müssen. Mit dieser Maßnahme sollte eine zu schnelle Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden.

Die Ausgangssperre in Südafrika war streng: Jegliche Aktivitäten im Freien waren untersagt. Alle Schulen und Kindergärten wurden geschlossen. Dies machte es uns unmöglich, unserer „normalen“ Arbeit in den Kindergärten nachzugehen. Zeitweise konnten wir nicht mehr direkt vor Ort sein, um uns über die Situationen und die Bedürfnisse der Kindergärten zu informieren.
Nach dem ersten strengen Lockdown konnten die Schulen und Kindergärten zwar wieder öffnen, aber die Familien waren aufgrund der zuvor entstandenen Arbeitslosigkeit nicht mehr in der Lage, das Schulgeld zu bezahlen. Die Existenz unsere Kindergärten stand auf dem Spiel und alles, was zuvor mit unserer Hilfe aufgebaut worden war, drohte einzustürzen. Gleichzeitig nahm der Hunger in den Townships immer größere Ausmaße an. Die staatlich zugesagten Hilfen kamen gar nicht oder nur mit sehr großer Verspätung bei den bedürftigen Menschen an.








Mit der Ausstattung von Desinfektionsmitteln, Seifen und Masken war es unseren Kindergartenleiterinnen möglich, die harten Hygieneauflagen der Regierung zu erfüllen und dadurch ihre Kindergärten wieder zu öffnen. Mit Schulgeldspenden haben wir vielen Kindern den Kindergartenbesuch wieder ermöglicht und dadurch fast allen unserer Kindergärten geholfen, die Abwärtsspirale zu durchbrechen. Darüber hinaus helfen die Suppenküchen und die Ernten aus unseren Gemüsegärten, den Hunger zu stillen.
In dieser Krise hat sich das Vertrauensverhältnis zwischen unseren Kindergärtnerinnen und uns nochmals grundlegend verändert. Schon vor Corona waren sie stets sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung, die unser Verein leistet und die es ihnen ermöglicht, ihre Kindergärten planvoll und zielgerichtet zu betreiben. Bescheiden und respektvoll gingen sie mit der finanziellen und materiellen Unterstützung um. Niemals haben sie uns um zusätzliche Unterstützung gebeten.
Die Zeit der Pandemie hat unseren Kindergartenleiterinnen gezeigt, dass sie sich auch in der allergrößten Not auf uns verlassen können, und dass wir an ihrer Seite sind. Sie haben sich immer mehr geöffnet, sie sprechen heute mit uns über viele ihrer Sorgen und Probleme. Die Pandemie hat uns noch mehr zusammengeschweißt, und das ist schön so.

Aufgrund der Pandemie haben wir nun schon seit eineinhalb Jahren unseren Schwerpunkt vom Bau und Ausbau der Kindergärten auf die Ernährung und die Sicherung der Grundbedürfnisse verlagert. Wir mußten sehr schnell und flexibel auf die kurzfristigen Bedürfnisse eingehen, um die Kindergärten nachhaltig und langfristig sichern zu können.
Dank euch und unserer Sponsoren konnten wir die von Golden Sunbeams e.V. unterstützten Kindergärten sicher durch diese Krise führen. Alle Kindergärten haben es aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen geschafft, zu überleben, kein Kindergarten musste bisher geschlossen werden. Und dafür sind wir alle sehr, sehr dankbar!

Seit Anfang Oktober 2021 sind wir in Südafrika bei „Level 1“ der 5-stufigen risikoangepassten Strategie angekommen. Das bedeutet fast schon wieder Normalität.
In der Hoffnung, dass es bei uns und euch in Europa auch weiterhin bergauf geht, und der nächste Lockdown vermieden werden kann, verabschieden wir uns für heute und sagen „bis zum 32. Newsletter“!
Liebe Grüße aus dem frühlingshaften Kapstadt,
Britta & Bernd